Boykott an der FH Erfurt beendet
Am Stichtag 10.07. 12,86%
An TU Ilmenau und FSU Jena läuft Boykott weiter
Die Studierenden der Fachhochschule Erfurt haben ihren Boykott der Verwaltungsgebühren beendet. "Mit einem Boykottierenden-Anteil von 12,86% aller regulär zurück gemeldeten Studierenden konnten wir unser selbst gesetztes Ziel von 20% leider nicht erreichen", so Thomas Forthaus heute, Leiter des Referates Hochschulpolitik des StuRa an der FH Erfurt. Somit nimmt die Fachhochschule Erfurt nicht mehr am thüringenweiten Verwaltungsgebührenboykott teil, sondern musste den Boykott als missglückt abschließen. "Die 50 EUR Verwaltungskostenbeitrag jedes Boykotteurs, die bisher auf einem Treuhandkonto lagen, sind bereits an die Hochschule angewiesen, so dass alle Studenten regulär zurück gemeldet werden", erklärte Forthaus.
"Besonders bedauerlich ist unser Ergebnis im Hinblick auf eine mögliche Unterstützung der TU Ilmenau", erläutert Forthaus weiter. Denn nach derzeitigem Stand ist die TU Ilmenau die einzige Hochschule in Thüringen, die den Verwaltungsgebührenboykott mit einem positiven Quorum abgeschlossen hat. Sie steht bisher alleine da, um Verhandlungen mit der Landesregierung aufzunehmen. "Jetzt stehen nur noch die Bauhaus-Uni in Weimar und die Uni in Jena aus. Und da wird einiges zu machen sein", erhofft sich Forthaus im Sinne der bisher erfolgreich Boykottierenden. "Denn die BU Weimar hat auf einer Vollversammlung, an der über 20% der Studierenden teilnahmen, bereits mit 93% einem Boykott zugestimmt". Hier werden sich noch einige mit den Boykottierenden der TU Ilmenau solidarisch erklären, da das Ende der Rückmeldefrist hier erst Ende nächsten Monats ist.
Mit dem erfolglosen Ende des Boykotts an der FH Erfurt sei der Aktionismus nicht einfach nur verpufft und vorbei, sondern jetzt werden alle Energien nach Weimar und Jena gegeben um die dortigen Studierenden zu unterstützen. "Der Boykott ist keine hochschulinterne Sache, der mit dem Ende an einer Hochschule vorbei ist, sondern es bedarf einer größeren Solidarität, die sich auch nicht nur auf Thüringen und den hiesigen Verwaltungsgebührenboykott beschränkt", erläutert Forthaus gegenüber der Presse. "Wir kämpfen mit dem Verwaltungsgebührenboykott auf einer Linie mit den anderen Hochschulen bundesweit. Bei denen geht es schon jetzt um Studiengebühren." Die 372 Boykotteure an der FH Erfurt setzten mit ihrer Teilnahme ein Zeichen für die Forderung nach freizugänglicher Bildung und zeigten sich so solidarisch mit den Boykottierenden in Hessen, Hamburg und anderswo. "Der Boykott an der FH Erfurt hatte somit auch zum Ziel die Studierenden vor Ort für die gesamtgesellschaftliche Lage zu sensibilisieren und ihre Unterstützung und Solidarität in der Praxis einzufordern und sich weiter zu engagieren im Kampf für eine freie Bildung für alle", erläutert Forthaus den politisierenden Anspruch der Boykottkampagne.
[Quelle: StuRa FH Erfurt]
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